Im Kreise seiner Verwandten, Freunde und Mitbrüder feierte P. Sebastian Kuenrath am 15. September in voller geistiger und körperlicher Gesundheit und Frische seinen 80. Geburtstag. Siegfried, so hieß er damals, besuchte ab 1946 die in Marienberg neu errichtete Mittelschule und das Gymnasium, trat 1952 als Novize in das Kloster Marienberg ein und erhielt den Namen Sebastian. Nach der Priesterweihe 1959 wirkte er 11 Jahre als Kooperator in St. Martin/Passeier, 16 Jahre als Pfarrer von Schlinig und 9 Jahre als Pfarrer in Platt/Passeier. 1995 rief ihn der damalige Abt Bruno Trauner ins Kloster zurück und übertrug ihm das verantwortungsvolle Amt des Priors, das er mit 70 Jahren 2005 zurücklegte, worauf P. Markus Spanier aus Ottobeuren, der heutige Abt, mit diesem Amte betraut wurde.

Nach der Mittagshore in der Klosterkirche lud Abt Markus zu einem Festessen. In einer humorvollen Tischrede würdigte er den Jubilar, wobei er besonders dessen Treue zum Kloster und dessen Eifer für das Gebet hervorhob. Besonders erwähnte er die Aufgaben, die P. Sebastian immer noch ausübt: als trefflicher Kellermeister, als Küchengehilfe, als Wetterwart und als landwirtschaftlicher Arbeiter in den Feldern rund ums Kloster. Er betätige sich in der Freizeit auch als Mineraliensammler. Aus seinem Urlaub, den er meistens in der Schweiz verbringe, komme er immer „steinreich“ ins Kloster zurück.

Der Freundeskreis wünscht Dir, lieber P. Sebastian, weiterhin Gesundheit und ruft dir zu: Ad multos annos!

Am Sonntag, 31. Mai 2015, wurde die laut Statuten alle 5 Jahre fällige Mitgliedervollversammlung abgehalten. Nach dem Rechenschaftsbericht durch den Vorsitzenden Dr. Andreas Folie über die letzten 5 Jahre und dem Kassabericht von Andreas Waldner wurden Vorstand und Kassier einstimmig entlastet.Nun stand die Neuwahl des Vorstandes für die nächsten 5 Jahre auf dem Programm. Der neue Vorstand besteht aus folgenden Mitgliedern: Gerhard Kapeller, Heinrich Moriggl, Andreas Waldner, Erwin Bernhart und Andreas Folie. Ausgeschieden sind Pepi Feichtinger und Peter Mitterhofer, denen Dank und Anerkennung ausgesprochen wurde.

Im zweiten Teil der Versammlung wurde auf die 30 Jahre des Bestehens unseres Vereins zurückgeblickt und zwar an Hand der Festschrift, die den Anwesenden überreicht wurde. Diese Festschrift besteht aus 4 Teilen: Annales=Geschichte des Vereins, Memorabilia=Erinnerungen ehemaliger Schüler, Historia=die Geschichte der Marienberger Schule nach dem 2. Weltkrieg, Imagines photograficae=ausgesuchte Fotos der Schulgemeinschaften von 1946 bis 1986.

Höchst interessante Beiträge (Erinnerungen an ihre Schulzeit in Marienberg) haben verfasst: Peter Duregger, Sebastian Marseiler, Heinrich Moriggl, Andreas Folie, Hermann Raffeiner, Hermann Theiner, Wilfried Stimpfl, Pepi Feichtinger und Werner Flora und Erik Platzer. Diese Beiträge und die Schulgeschichte von Dr. Othmar Parteli haben aus dieser 88 Seiten umfassenden Festschrift eine wertvolle Marienberger Tirolensie gemacht.

Die Festschrift kann im Klosterladen in Marienberg bezogen werden.

Im Museum Marienberg läuft derzeit die am Freitag, 27. März 2015 eröffnete neue Sonderausstellung 2015:

SONDERAUSSTELLUNG: Die klösterliche Tafel im Wandel der Zeit: Bereits in der Regula Magistri (Mönchsregel aus dem 6.Jh.) ist die klösterliche Tafel anschaulich beschrieben: „… und auf den Tischen befinden sich Schüsseln, Teller, Becher und Löffel“ (RM 9,26). In der lebendigen Sonderausstellung erfahren Sie die interessante Entwicklung und Veränderung rund um die klösterliche Tafel.

SONDERAUSSTELLUNG: RES PERSONALIS, Objekte erzählen von Menschen: Wer sind und waren die Menschen im Kloster Marienberg? Welche Personen haben und hatten mit dem Stift zu tun? Die Museumsbesucher sind persönlich zu einem Zwiegespräch mit diesen Menschen eingeladen! Deren persönliche Dinge erzählen Ihnen ihre ganz eigenen Geschichten!

Jubilate!

Einen freudenreichen Tag erlebte die Klostergemeinschaft der Benediktiner von Marienberg am 4. Adventsonntag, 20. Dezember 2015. Nach gründlichen Restaurierungs- und Reinigungsarbeiten konnte die Stiftskirche in Anwesenheit zahlreicher Gläubiger wieder geöffnet werden. Bischof Ivo Muser war zu diesem Ereignis nach Marienberg gekommen, um im Rahmen eines feierlichen, gemeinsam mit Abt Markus und Prior P. Philipp zelebrierten  Pontifikalamtes den neuen Altar und das Ambo einzuweihen. Diese waren nach den Plänen des Architekten Werner Tscholl gestaltet worden. In einer feierlichen Zeremonie besprengte Bischof Ivo Muser  den Altar mit Weihwasser und salbte ihn mit dem heiligen  Chrysamöl. Anschließend legte er Reliquien des heiligen Alfonso Maria de Liguori, des Gründers des Redemptoristenordens, in den Altar ein. Diese Reliquie war bereits im Kloster vorhanden, aber nicht in einen Altar eingelassen. Sie war ein Geschenk an den Abt Leo Maria Treuinfels (Abt von Marienberg 1885 bis 1925) und ist durch schriftliche Belege als authentisch anzusehen. Die Singgemeinschaft Burgeis und die Musikkapelle Burgeis umrahmten das Hochamt mit der Europamesse von Franz Nagel. Die letzte Altarweihe in Marienberg hat im Jahre 1822 stattgefunden, 6 Jahre nach dem Wiedereinzug der Marienberger Mönche, die während der bayerischen Besatzung im Exil lebten und 1816 wieder ihr Kloster beziehen konnten. Marienberg wird im Jahre 2016 der vor zweihundert Jahren erfolgten Wiederbesiedlung des Klosters gebührend gedenken.

Die Stiftskirche erstrahlt nun in neuem Glanz.  Durch die Entfernung der Kanzel und die Errichtung des neuen Altars hat  der Kirchenraum eine neue Dimension erhalten. In seiner lichten Einfachheit lädt er zu Gebet und Meditation ein, zum “Sursum corda”.

 

 

Fotos: Folie, Kapeller

Zum traditionellen Treffen in der Fastenzeit konnte der Vorsitzende Andreas Folie am Sonntag, 1. März 2015, im Kloster Marienberg zahlreiche Mitglieder des Freundeskreises begrüßen. Mag. Sepp Kusstatscher,Ex-Landtagsabgeordneter, Ex-EU-Parlamentarier, hilet dann ein höchst interessante Referat über das kontrovers geführte Thema „Bedingunsloses Grundeinkommen“ , in dem er die Sinnhaftigkeit und Duchführbarkeit dieses Projektes von der ethisch-moralischen und ökonomischen Seite beleuchtete. Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde ein würdevolleres Leben für alle sichern, sei finanzierbar, und die Leute würden gegen die gängige Meinung nicht dem Müßiggang verfallen. Hier eine kurze Zusammenfassung des Refeartes:
Das Grundeinkommen ermöglicht einen ökosoziale Ausweg aus vielen Krisen. Auf dem Planeten Erde wäre genug für alle da, allerdings zu wenig für die Gier so vieler. Wenn man das erste Mal den Vorschlag hört, der Staat soll allen Leuten bedingungslos eine finanzielle Absicherung in die Hand geben, dann hält man dieses Ansinnen für utopisch oder gar für verrückt. Als Killerphrase wird eingeworfen: „Da arbeitet ja niemand mehr!“ oder „Das ist nie und nimmer finanzierbar!“ Und mit den Worten des Apostels Paulus wird entgegen gehalten: „Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen!“ Denken wir aber etwas tiefgründiger über die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Probleme nach, beispielsweise über das Auseinanderdriften zwischen Arm und Reich, über die Lösung der Probleme mit Langzeitarbeitslosen oder über die zunehmend vielen jungen Leute mit prekären Arbeitsverhältnissen oder über Überproduktion und Umweltzerstörung, dann finden wir im bedingungslosen Grundeinkommen einen Lösungsansatz, der es möglich machen würde, die Armut zu bekämpfen, der Verschleuderung der natürlichen Ressourcen Einhalt zu gebieten und dem Menschen mehr Würde und größere Selbstentfaltung zu geben. Die Idee selbst ist schon alt und im Prinzip sehr einfach: der Staat schenkt ohne Bedingungen allen Bürgern so viel, damit jeder ohne Existenzängste in Würde leben kann. Die Begründung ist aber komplex und die Realisierung ist vor allem deshalb äußerst schwierig, weil es eine radikale Veränderung der Steuern bräuchte.Wer am Thema „Grundeinkommen“ interessiert ist, kann sich im Internet schlau zu machen. Es gibt inzwischen auch ein weltweites Netzwerk für die Umsetzung dieser Idee (http://de.wikipedia.org/wiki/Basic_Income_Earth_Network).
Nach dem Referat feierten die Freunde gemeinsam mit den Mönchen das Conventamt, das vom Freundeskreis-Chor unter der Leitung von Meinrad Warger mitgestaltet wurde.
Anschließend führte Abt Markus durch die neu gestaltetenRäume im Untergeschuß des Klosters und ging dabei ausführlich auf den Neubau der Stiftsbibliohek ein.
Mit dem gemeinsamen Mittagessen endete das heurige Treffen in Marienberg.